Ein Auge ist’s …

Gott als ‚big brother‘?

Bild von beate bachmann auf Pixabay

„Ein Auge ist’s
was alles sieht,
selbst, wenn’s in finstrer Nacht
geschieht.“

(traditionells Sprichwort)

Viele von uns kennen noch dieses traditionelle Sprichwort.
Unter denen, die es kennen, gibt es sicherlich welche, die – wenn sie dieses Wort wieder hören oder lesen – ein gewisses Unbehagen entwickeln.

Und das kommt nicht von Ungefähr!
Meistens fiel dieses Wort in einem vermeintlich ‚erzieherischen‘ Kontext.

Sie können ja einmal selber darüber nachspüren, in welchen Zusammenhängen oder Situationen Ihnen dieses Wort begegnet ist oder gesagt wurde….

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22. Juli: Maria Magdalena

Die einzigartige Apostelin

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mary_Magdalen_by_Bernini.jpg
by: sailko / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Seit dem 3. Jahrhundert wird diese Frau – Maria Magdalena – als „Apostolin der Apostel“ genannt. Kein Geringerer als Hippolyt von Rom bezeichnete sie so.

Aber es mussten gut 1600 Jahre vergehen, bis diese einzigartige Frau und Zeugin der Auferstehung Jesu Christi auch offiziell und liturgisch durch eine eigene Festtags-Liturgie in diesen Rang erhoben wurde.

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Untertrieben – maßlos

Bild von Reimund Bertrams auf Pixabay

Im heutigen Evangeliumstext lese ich im Matthäusevangelium, Kapitel 12, Verse 38-42 (Mt 12, 38-42):

„… Diese (…) Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona.
Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tag und drei Nächte im Innern der Erde sein…“

[Der Hintergrund:
Schriftgelehrte und Pharisäer fordern von Jesus ein Zeichen seiner göttlichen Vollmacht. Darauf reagiert Jesus mit den oben genannten Worten.]

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Rarität – gute geistliche Literatur

oder: die eigene kritische Haltung bei wohlmeinender Literatur nicht an der Garderobe abgeben!

Auch ich brauche (geistliche) Impulse

Als Seelsorger, geistlicher Begleiter und Priester bin ich auch immer wieder auf geistliche Impulse und geistliche Begleitung angewiesen.

Dies schreibe ich deshalb gleich zu Beginn, weil ich der tiefsten Überzeugung bin, dass niemand zu Lebzeiten geistlich vollendet sein wird. Denn ich meine, das der eigene geistliche Weg engstens mit der eigenen Lebensgeschichte verwoben ist, also auch mit all ihren Höhen und Tiefen, mit ihren starken und schwachen Phasen.

Und so fand ich vor einigen Wochen ein Buch, dessen Titel mich sehr ansprach, weil es offensichtlich auch „meine“ Themen in den Blick nahm.

Es ist das Buch von
Ronald Rolheiser, Beten – Offen werden für Gott,
erschienen im Herder-Verlag 2013

Doch leider verließ mich schon auf den ersten Seiten die Motivation, dieses Buch weiterzulesen; es verließ mich auch auf diesen ersten Seiten schon die Hoffnung, dass dieses Buch mir auf der Suche MEINES geistlichen Lebensweges wertvoller Impulsgeber sein könnte.

Warum? Das will ich hier darlegen …

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Glaube und Heilung

Keine Einbahnstraße

In der heutigen Tageslesung finden sich Worte aus dem Matthäus-Evangelium:

„Als Jesus von dem Berg herabstieg, folgten ihm viele Menschen. Da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus streckte die Hand aus, berührte in und sagte: Ich will es – werde rein! Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein.“ (zitiert nach Mt 8, 1 – 3)

Wenn Gott nur will, dann kann ich heil werden; wenn Gott nur will, dann kann ich gerettet werden…-

So oder so ähnlich denken viele Menschen über Gott.
Es kommt also allein auf Gott an, ob mir geholfen wird?

Heilung
Bild von Thomas B. auf Pixabay
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Dreifaltigkeit

Dreifaltigkeit – eine Meditation

Bild von David Mark auf Pixabay

Im Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes …

Einstieg ins Gebet
fast beiläufig
vertraut
leicht

keine hohe
Theologie
keine Dogmatik
über
Trinität,
Christologie
oder
Pneumatologie

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Kreuz und Humor

Bild von Monika Robak auf Pixabay

Ein mir bekannter Gastronom hat in diesen Corona-Zeiten vor seinem Restaurant hier in Oberhausen-Sterkrade ein „finest food to go“ eingerichtet.
In der Zutrittszone hat er ein Körbchen aufgestellt mit Kreuzen und eine Tafel mit dem Hinweis: „Jeder nur ein Kreuz“.

Das ist ein Zitat aus dem Film: „Das Leben des Brian“.

Dieses Bild hatte er bei facebook veröffentlicht, was ich dann ‚ge-liked‘ habe.
Danach schrieb er mir in einer Nachricht. „Voll cool, dass du ein ‚like‘ gibst; ein Geistlicher der Humor versteht…“

Zwar ist der Humor von Monty Phyton nicht mein Humor, aber auch ich kenne diesen Film und das Zitat. Und ich finde dieses Schild ‚witzig‘ im Wortsinne.

Die Rückmeldung des Gastronom hat mich gefreut, aber ich fand es auch bemerkenswert. Sollte es nicht so sein, dass wir Christen – und unter ihnen auch die Geistlichen – Humor verstehen?

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Nicht nur das Jenseits

Bild von photosforyou auf Pixabay

“ … Es ist mir doch egal, ob ich ewig lebe. Wenn es so kommt, ist es wunderbar – und ich glaube es ja auch. Aber das ist keine Bedingung für meinen Glauben. Näher sind mir in diesem Moment jene Psalmen, die vor dem Auferstehungsglauben angesiedelt sind. Wenn es heißt: „Ich will singen und spielen, mein Leben lang. Möge IHM mein Lied gefallen“ oder „Auch wenn ich sterbe, Gott bleibt mein Herzfels …“
(Arnold Stadler, * 1954, Schriftsteller, gefunden in: TE DEUM, Mai 2020, S. 268)

Als ich diese Worte las, war ich etwas irritiert; von diesem Schriftsteller, der in so wunderbarer Sprache Psalmübertragungen veröffentlicht hat: „Die Menschen lügen. Alle.“

Spontan hatte ich den Gedanken, er wolle unseren christlichen Auferstehungsglauben relativieren.
Aber eigentlich macht er genau das Gegenteil: er setzt noch was drauf auf unseren Auferstehungsglauben.

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Pfingsten 2020 – Damit die Hoffnung bleibt

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Lesung: Röm 8, 22 -27
Evangelium:Joh 20, 19 – 23

Pfingsten ist das Fest der Sendung des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist aber ist eine Kraft, die in unsere Zeit hinein wirkt.
Somit ist das Pfingstfest ein Feiertag, an dem wir unseren Glauben feiern, der in unserem Leben Gestalt angenommen hat.
Wie aber wirkt der Heilige Geist in uns?
Woran erkennen wir ihn ganz konkret in unserem Leben?

Wir sagen als Christen, dass der Heilige Geist sich in seinen „Gaben“ zeigt, sich also in seinen Spuren zeigt, die er in unserem Leben hinterlässt:

Zu den „Gaben des Heiligen Geistes“ gehören: Glaube, Mut zum Leben und zum richtigen Handeln und vieles andere mehr.

Von einer Gabe des Heiligen Geistes berichtet der heilige Paulus in seiner heutigen Lesung an die Römer.
Es ist die Gabe der „Hoffnung“.
Und über die Hoffnung möchte ich heute mit Ihnen nachdenken.

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